1814: Der Kampf um Norwegen

Als die Nachricht vom Frieden von Kiel das Land erreichte, wurde Norwegen vom dänischen Prinzen Christian Frederik regiert. Sollte er das Land Schweden übergeben? Am 16. Februar kam es deshalb in Eidsvoll zu einer Begegnung mit führenden Norwegern, bei der beschlossen wurde, dass Norwegen entgegen dem Willen der Großmächte seine Selbstständigkeit erklären solle. Gleichzeitig wurde beschlossen, eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen. -Dies bedeutete das Ende des Absolutismus.

Am 10. April kamen 112 gewählte Repräsentanten aus fast ganz Norwegen nach Eidsvoll. Unter ihnen befanden sich nicht nur reiche Bürger und höhere Beamte, sondern auch viele Bauern und gewöhnliche Soldaten. Die Verfassung war für ihre Zeit demo-kra-tisch, nicht zuletzt durch das umfassende Wahlrecht für Männer, das insbesondere durch die französische und nordamerikanische Konstitution inspiriert worden war.

Am 17. Mai wurde die neue Verfassung verabschiedet, und Christian Frederik wurde von der Reichsversammlung zum König von Norwegen gewählt. Seither ist dieser Tag Norwegens Nationalfeiertag. Im Herbst 1814 wurde Norwegen zwar trotzdem in eine Union mit Schweden gezwungen, die bis 1905 dauerte. Doch das Land behielt seine Verfassung von Eidsvoll sowie seine gesamte innere Selbstverwaltung.